»Wiedersehen in Virgin River« von Robyn Carr

Gelesenes

»Wiedersehen in Virgin River« von Robyn Carr

Je turbulenter das Leben um mich herum, desto schmonzettiger wird meine Lektüre. Eine meiner Neuentdeckungen in diesem Bereich ist Robyn Carr mit ihren Virgin River Romanen. Ja, ich weiß, ich bin ein wenig late to the party. Aber besser spät als nie.

Worum geht's in „Wiedersehen in Virgin River“? Es geht um die junge Paige, die gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn auf der Flucht ist. Auf der Flucht vor ihrem Ehemann, der sie grün und blau geprügelt hat. Soviel zum Thema Kitschroman. Robyn Carr macht auch vor den ernsten Themen nicht Halt. Paige strandet ausgerechnet im beschaulichen Virgin River, in der Bar von Jack und Preacher. Zum Glück fackelt Preacher nicht lange. Der Veteran checkt die Lage sofort und bietet Paige und dem fiebernden Chris einen Unterschlupf an, in dem kleinen Zimmer oberhalb der Bar. Nur für eine Nacht, das schwört sich Paige. Dann muss sie weiter. Preacher ist sich da nicht so sicher. Es sieht so aus, als könnten die zwei etwas mehr Zeit brauchen, um endlich zur Ruhe zu kommen. Und wenn es eins in Virgin River im Überfluss gibt, dann sind das Zeit und Ruhe. Denn die Bewohner des abgelegenen Örtchens lassen sich durch nichts so schnell aus der Ruhe bringen. Auch nicht durch tobsüchtige Ehemänner. Im Gegenteil. In solchen Momenten werden alle Kräfte mobilisiert, um Hilfsbedürftigen zur Seite zu stehen. Nur eins ist ausgeschlossen: sich zu verlieben. Doch Preacher und Paige wären nicht die ersten, die an dieser Regel scheitern. Aber kann das gutgehen? Gefühle, die aus einer Schutzsituation heraus entstehen? Oder lässt man davon lieber die Finger?

Hach, es war herrlich. Die Virgin River Romane sind eine super Möglichkeit, um einfach mal abzutauchen. Was nicht heißt, dass es in der beschaulichen Romankulisse keine Probleme gibt. Paige hat mit der Bedrohung durch ihren Mann zu tun, Jack und Mel würden sich eigentlich gerne auf die Geburt ihres ersten Kindes vorbereiten, doch Mel hat als gute medizinische Seele des Ortes mehr als genug zu tun. Da bleibt wenig Zeit für den Nestbau. Rick muss für die Fehler seiner Vergangenheit geradestehen. Brie steht vor den Scherben ihrer Ehe und Mike kommt bei einem Arbeitsunfall fast ums Leben. Doch wenn Virgin River für eine Sache steht, dann ist es Zusammenhalt. Und der trägt die Bevölkerung auch durch die schwierigsten Momente.
Ich muss allerdings dazusagen, dass es auch ein paar wenige Szenen gab, die mir etwas zu blumig ausfielen. Da hätte ich mir mehr Direktheit gewünscht. Aber hey, ich wollte Schmalz und ich habe Schmalz bekommen. Und deshalb kann ich sagen, dass ich mir im Laufe der nächsten Jahre sicherlich auch die Folgebände zu Gemüte führen werde.

Transparenz

Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.

Blog-Startseite
»