»Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine« von Rebecca Raisin

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»Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine« von Rebecca Raisin

„Mit dir würde ich gerne tauschen.“ Ein Satz, den wahrscheinlich jeder von uns schon einmal gehört hat. Und ein Satz, den wahrscheinlich die wenigsten ernst nehmen. Doch was passiert, wenn man diesen Wunsch tatsächlich in die Tat umsetzt?
Sarah erschrickt über sich selbst, als sie ihrer Internetfreundin Sophie zusagt, für ein paar Monate das Leben zu tauschen. Doch was ist schon dabei? Sophie hat Liebeskummer und braucht dringend einen Tapetenwechsel. Und wenn Sarah ganz ehrlich zu sich selbst ist, dann würde es auch ihr nicht schaden, neue Impulse für ihr Leben zu sammeln. Denn das ist ziemlich eingefahren. Ihr Buchladen, den sie so sehr liebt, läuft mehr schlecht als recht und ihr Freund Ridge lässt sich nur selten in der amerikanischen Provinz blicken, weil er als Journalist überall auf der Welt unterwegs ist. Warum also nicht für ein paar Monate nach Paris reisen und in der Zeit Sophies dortigen Buchladen managen? Sie kann sich weiterhin mit dem beschäftigen, was sie liebt, nämlich dem Lesen, und kann durch die Stadt der Liebe stromern.

Eieiei, was für eine naive Vorstellung vom Leben in Paris. Das war mein erster Gedanke, als Sarah über ihren Plan nachdachte. Klar, Paris hat ohne Frage romantische Seiten. Aber eine Stadt zu besuchen, um dort durch die Straßen zu ziehen und in den Cafés zu sitzen, um Leute zu beobachten, ist eine ganz andere Sache als in solch einer Stadt wirklich zu leben. Woher will sie die Zeit nehmen, um Paris zu erobern, wenn sie den ganzen Tag damit beschäftigt ist, das immens viele Geld zu verdienen, dass man dort zum Überleben braucht? Und wie will sie ohne Französischkenntnisse mit den Franzosen klarkommen, die nicht gerade für ihre Fremdsprachenbereitschaft bekannt sind?
Statt also Romantik zu erwarten, war ich gespannt, wie lange es wohl dauert, bis sie auf die Nase fällt. Nicht lange, soviel kann ich verraten. Denn in der Großstadt lauern die Stolpersteine überall. Von Langfingern, über renitente Mitarbeiter, bis hin zum zugigen Wetter direkt an der Seine. Denn – Überraschung – auch in Paris ist der Winter nicht gerade gemütlich. Es sei denn, man will ihn sich unbedingt gemütlich machen. Denn eins muss ich Sarah lassen, sie ist viel stärker, als ich anfangs dachte. Sie lässt sich von Océane in die Gepflogenheiten der französischen Kultur einweisen (ich sag‘ nur mehrstündige Mittagspause, für ein fleißiges Bienchen wie mich der absolute Horror), gewinnt TJ als ihren Verbündeten und lässt sich auch von der garstigen Beatrice nicht ins Bockshorn jagen. Schließlich muss es einen Grund geben, warum die so ist, wie sie nunmal ist. Außerdem ist da ja noch dieser mysteriöse Typ, der fast täglich zum Schreiben im „Once upon a time“ (Ob es wohl in ganz Frankreich einen einzigen Buchladen gibt, der einen englischen Namen trägt? Egal.) auftaucht und mit dem sie einer ganz bezaubernden Liebesgeschichte auf die Spur kommt. Doch während sie sich so langsam in der Stadt der Liebe einlebt, droht ihre eigene Liebe zu zerbrechen.

Rebecca Raisin hat mit „Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine“ etwas geschafft, was nur wenige können. Sie hat mich anfangs sehr kritische Leserin um den Finger gewickelt mit ihren wirklich schön gezeichneten Figuren, der lebendigen Atmosphäre im „Once upon a time“ und dem ganz eigenen Pariser Charme. So bin ich letztendlich nur so durch die Seiten geflogen und hätte im Anschluss am liebsten selbst die Koffer gepackt. Aber Paris muss erstmal warten. Vorher stehen andere Reiseziele an.

Transparenz

Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.

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