Maja Wunder ist Taxifahrerin. Nicht, weil sie muss, sondern weil sie will. Und weil sie mit der Übernahme des Taxis das Erbe ihres Vaters bewahrt, der gerne fahren würde, aber nicht mehr kann. Außerdem hat sie so Zeit, die sie für die Pflege ihres Vaters braucht. Selbstverständlich erlebt sie in diesem Job die wildesten Begegnungen, doch das, was ihr an diesem Winterabend passiert, verändert alles. Da steigt dieser Typ ein, der keine Ahnung hat, wohin er will. Aber er weiß, dass er Majas Gesellschaft für diese Reise ins Unbekannte möchte. Maja zögert kurz, lässt sich dann aber auf das kleine Abenteuer ein und erlebt eine Nacht, die ihr für immer in Erinnerung bleibt. Blöd nur, dass Oliver anschließend einfach so von der Bildfläche verschwindet. Pragmatisch wie sie ist, versucht die junge Frau, sich wieder mit dem Alltag anzufreunden, denn der fordert sie mit ihrer verrückten Familie mehr als genug. Doch was ist, wenn das Herz weiterhin Purzelbäume schlägt? Kann man dem Schicksal dann auf die Sprünge helfen?
Maja ist eine Protagonistin, wie ich sie am liebsten mag. Sie hat das Herz am rechten Fleck und steht mit beiden Beinen im Leben. Nur ihre Hilfsbereitschaft, die hat mich so manches Mal ganz kribbelig gemacht. Logisch, dass sie ihrem Vater unter die Arme greift, doch Isa, die sich ganz bewusst in ihre schwierige Lage manövriert hat? Aber das ist ja eigentlich genau das, was einen unterhaltsamen Roman ausmacht, dass man mitgeht und sich denkt „Nein, tu’s nicht!“ oder „Jetzt mach hinne!“. Das ist Birgit Gruber hier wirklich gut gelungen und deshalb hat es mir richtig Spaß gemacht, Maja durch ihren Winter des Wandels zu begleiten. Der hat nämlich nicht nur ihren, sondern auch meinen Winterblues vertrieben.
Jetzt bleibt bloß die Frage, wie ich diesen alten Schlager von Katja Ebstein wieder aus dem Kopf bekomme. Ihr wisst schon „Wunder gibt es immer wieder …“
Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.