»Weihnachtsküsse in Snowflake Valley« von Ella Thompson

Gelesenes

»Weihnachtsküsse in Snowflake Valley« von Ella Thompson

Emma will Karriere machen, eine der besten Journalistinnen der USA werden und irgendwann ihr eigenes Magazin herausbringen. Davon hat sie schon als kleines Mädchen geträumt, wenn sie ihren Onkel Henry in seinem „Zeitungsbüro“ besucht hat und wenn sie so weitermacht wie bisher, dann stehen ihre Chancen, das Ziel auch zu erreichen, sehr gut. Doch dann ändert ein harmloser Heimatbesuch bei ihren Eltern alles. Die Gazette, die regionale Zeitung, die Henry herausbringt, befindet sich in einer Schieflage. Wenn jetzt kein Wunder geschieht, muss Henry die Zeitung zum Jahresende einstellen. Emma zögert nicht lange. Wenn einer dieses Wunder sein kann, dann sie. Sie weiß genau, wie man zeitgemäßen Journalismus macht. Henry ist zwar skeptisch, doch er räumt ihr die gewünschten drei Monate ein, um das Ruder herumzureißen. Steht die Gazette dann immer noch schlecht da, dann ist ihr Ende besiegelt.
Mit Begeisterung stürzt sich Emma, zusätzlich zu ihrer bisherigen Arbeit, in das Projekt „Gazette 2.0“. Aber wie soll man eine Zeitung in die Jetzt-Zeit katapultieren, wenn es in Snowflake Valley noch nicht einmal ein schnelles und stabiles Internet gibt. Das ist das Aus für die geplante Online-Ausgabe. Oder doch nicht? Immerhin gibt es da diesen Programmierer, der kürzlich nach Snowflake Valley gezogen ist. Und der hat Glasfaser zu seinem Haus legen lassen. Nur leider reagiert Jared Dawson alles andere als begeistert, als der Wirbelwind Emma sein Haus zum Arbeiten okkupieren will. Schließlich ist er in dieses Nest gezogen, um endlich ein wenig zur Ruhe zu kommen. Allerdings hat er seine Rechnung ohne Emma gemacht, die nicht nur sein Haus innerhalb kürzester Zeit in ein heilloses Chaos verwandelt, sondern auch sein Gefühlsleben. Aber nur bis zum Jahresende, das ist die unausgesprochene Regel. Denn bis dahin steht die Gazette hoffentlich wieder stabil auf ihren eigenen Beinen. Fraglich bloß, ob sich Zuneigung zeitlich limitieren lässt.

Hach, es war herrlich. Ella Thompson brauchte nur wenige Seiten, um mich gnadenlos in diese bezaubernde Geschichte hineinzuziehen. Das gemütliche Kleinstadtsetting, der viele Schnee, die glitzernden Weihnachtslichter, von denen Emma gar nicht genug bekommen kann und die Jared, der Grinch, hasst wie die Pest. Dazu jede Menge Eierlikör und Punsch, eine liebevolle Familie, gute Freunde und ein Paar, das allen Ernstes glaubt, Gefühle mit dem Verstand reglementieren zu können. Haha, sind wir daran nicht alle schonmal gescheitert? Doch ihre Gefühle sind nicht die einzige Hürde, mit der sich Emma und Jared auseinandersetzen müssen. Da ist nämlich auch noch Beatrice, Emmas Erzfeinding seit der Highschool und die Alexis Colby von Snowflake Valley. Die hat nämlich ebenfalls ein Auge auf den attraktiven Programmierer geworfen. Dieses Detail hat mir übrigens echt gut gefallen. Endlich mal ein Computer-Nerd der nicht dem üblichen Hoodie-blasse-Haut-Junkfood-Klischee entsprach.
Ihr seht schon, ich bin richtig begeistert von dieser Geschichte, die zumindest mir richtig Lust auf Weihnachten gemacht hat. Obwohl ich einen Großteil davon am Strand gelesen habe, mit der Aussicht auf heiße Surfer und mit Sand zwischen den Zehen. Falls Ihr also noch nicht in Weihnachtsstimmung seid, dann greift zu.

Transparenz

Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.

«
»