Telefone mit Wählscheibe, endlos lange Sommertage im Freibad und Urlaubsfahrten, auf denen Mama hektisch auf dem Beifahrersitz mit dem Straßenatlas hantiert und Papa nervös aufs Lenkrad trommelt, während man selbst in dem natürlich nicht-klimatisierten Fahrzeug auf der Rückbank, eingeklemmt zwischen Kopfkissen und Kartoffelsalat, so langsam zerfließt. Anne Weiss und Stefan Bonner nehmen uns in „Wir Kassettenkinder“ mit auf eine Zeitreise in die 80er Jahre. In denen das Leben zwischen Schrankwänden und mit Brausepulver auf der Zunge gefühlt noch in Ordnung war. Wobei sie auch die Probleme der damaligen Zeit nicht auslassen.
Ich selbst bin nicht unbedingt der Typ, der glaubt, dass früher alles besser war und der sich alte Zeiten zurückwünscht. Aber ich bin halt auch ein Kind der 80er. Habe an verregneten Nachmittagen bäuchlings auf dem Teppichboden im Kinderzimmer gelegen, gepuzzelt und dabei in Dauerschleife Hörspiele gehört. Und obwohl ich nicht zu großer Nostalgie neige, bin ich wahnsinnig dankbar dafür, in dieser Zeit aufgewachsen zu sein. Weil wir so frei waren. Weil niemand gefragt hat, wo wir hingehen, wenn wir uns verabschiedeten mit den Worten „Ich gehe nach draußen“. Wir wussten selbst nicht, wo wir landen würden. Wir wussten bloß, dass wir mit dem Einbruch der Dunkelheit wieder Zuhause sein müssen und dann bei Butterbroten und Essiggurken von den Abenteuern des Nachmittags erzählen würden. Okay, manches Mal kamen wir auch früher heim. Weil wir uns beim Rumtoben eine Beule (in meinem Fall auch einmal ein Veilchen) geholt hatten, oder dringend Schürfwunden und Co. versorgt werden mussten.
Und weil ich selbst halt auch mittendrin statt nur dabei war, habe ich es genossen, nochmal einzutauchen in diese Zeiten
und habe mich dabei sehr gut unterhalten gefühlt.
Falls Ihr auch mit Rollschuhen über die Straße geflitzt seid und vor dem Radio
gesessen habt, um Euren Lieblingssong aufzunehmen, dann kann ich Euch dieses Buch als Zwischendurchlektüre sehr ans
Herz legen.
Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.