Da ist er schon wieder. Mein literarischer Abschluss der Vorweihnachtszeit. Und es war ein sehr guter
Abschluss mit „Zimtsterne im Schnee“ von Birgit Gruber.
Erst verliert sie gesundheitlich bedingt ihren Job, dann verschwindet ihre beste Freundin und Mitbewohnerin
ans andere Ende der Welt und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, steht da plötzlich dieser fremde Kerl in ihrer Wohnung. Und zwar so,
wie Gott ihn geschaffen hat. Paulina ist genervt ohne Ende. Zumal sie diesen Typen, der sich über ihr ausgebeultes
Schlafshirt lustig macht und ihre Konditorenfähigkeiten anzweifelt, nicht einfach so vor die Tür setzen kann. Doch
manchmal lohnt es sich, unangenehme Situationen auszuhalten. Denn optisch ist er schon ein
Sahneschnittchen. Außerdem verhilft ihr ausgerechnet der neue Mitbewohner zu einer neuen Karriere. Das darf er
allerdings nicht erfahren, denn sonst kommt Paulina in Teufels Küche.
Herrlich! Allein schon die Einstiegsszene, in der Paulina für ein Riesenchaos in der Backstube sorgt. Und wie sie dann versucht, Patrick loszuwerden – da wäre ich fast vom Sofa gepurzelt. „Zimtsterne im Schnee“ ist eine romantische und zugleich witzige Weihnachtsgeschichte rund um zwei Menschen, die ich auf Grund ihrer Bodenständigkeit sofort mochte. Endlich mal kein Bad Boy, der seine Flamme mit einem Heli zu einem fancy Date abholt und sie anschließend in seinem megastylischen Loft in einem Wolkenkratzer verführt. Nö, es gibt einfach mal Geschnetzeltes mit Spätzle und mahnende Blicke von der Tante beim Arbeitsamt. Ich mag es total, wenn eine Geschichte derart bodenständig daherkommt. So, als könnte sie jedem von uns passieren. Da kann man sich prima hineinfühlen. Kein Wunder, dass ich Paulina das ein oder andere Mal gerne einen Schubs gegeben hätte. So nach dem Motto „Jetzt reiß dich mal zusammen und schau genauer hin. Das ist ein feiner Kerl“. Wobei ich dazusagen muss, dass ich wegen des immer wiederkehrenden Perspektivwechsels mehr wusste als diese manchmal etwas störrische Konditorin. Die mir dafür aber total Lust auf Zimtsterne gemacht hat. Ist Euch schonmal aufgefallen, dass die in den Supermärkten immer als Erstes ausverkauft sind? Egal. Jedenfalls hat mich die Geschichte rund um Paulina und Patrick sehr gut unterhalten, sodass ich sie Euch auf jeden Fall weiterempfehlen kann.
Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.