Ein kleiner Ort in den Bergen, jede Menge Natur und eine Handvoll neuer Freunde – das sind die Tools, die Marlie dabei helfen sollen, ihr schweres Trauma zu
überwinden. Denn trotz der Therapien und der Hilfe ihrer Eltern in Wien geht es ihr noch immer äußerst schlecht. Aber reicht so ein Ortswechsel
wirklich aus? Schließlich nimmt man sich selbst und seine Probleme ja immer mit.
Doch Marlie hat Glück. Sie hat wirklich tolle Menschen an ihrer Seite, die sie unterstützen, wo sie nur können. Und auch wenn sie die Vergangenheit immer
wieder einholt, gelingt es ihr, sich in ganz kleinen Schritten zurück in ihr Leben zu kämpfen. Oder besser gesagt in ein neues Leben. Ein neuer Job, eine neue
Wohnung und vielleicht auch eine neue Liebe? Nein, der Liebe hat sie ja abgeschworen. Daran kann auch dieser Titus nichts ändern. Oder vielleicht doch?
Mira Morton bezeichnet Schneeflöckchen im Wintertee als modernes Märchen und ich finde, das trifft die Sache ganz gut. Jede Menge glitzernder Schnee,
knisternde Kaminfeuer und zwei Menschen, die sehr bald feststellen, dass sich das Leben nicht planen lässt, sondern dass man sich vielmehr auf das
einlassen sollte, was einem das Schicksal vor die Füße spült. Da fehlen dann nur noch eine Tasse Tee und eine gut gefüllte Keksdose und schon kann man als
Leser für ein paar Stunden so richtig schön abtauchen. Okay, Kaffee täte es womöglich auch, aber ich bin, genau wie Marlie, eine alte Teetante. Nur bei der
Sorte würden wir uns wohl nicht einig.
Ich habe mich jedenfalls gerne in dieses österreichische Winterwonderland entführen lassen und habe mich angesichts der landestypischen
Sprache auch noch an den ein oder anderen Urlaub erinnert gefühlt. Wenn da mal wieder etwas im Mistkübel gelandet ist oder Marlie Hilfe beim Siedeln
brauchte, einfach herrlich.
Solltet ihr auch Lust auf einen kleinen Trip in die Berge haben, dann lest unbedingt einmal hinein.
Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.