»In der Stunde deines Todes« von Mary Higgins Clark

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»In der Stunde deines Todes« von Mary Higgins Clark

Die TV-Produzentin Laurie Moran ist sich sicher. Mit der neuen True Crime Serie, die sie sich aus­ge­dacht hat, wird sie end­lich den großen Coup landen. Sie muss Erfolg haben, denn sonst wird die Presse be­haup­ten, sie hätte die Serie nur ins Leben ge­rufen, um den Mord an ihrem eigenen Ehe­mann zu ver­arbeiten. Der wurde nämlich vor einigen Jahren vor den Augen ihres Sohnes er­mordet. Und der Mörder wurde bis heute nicht ge­schnappt.
Doch jetzt kon­zen­triert sich Laurie erst einmal auf den Mord an Betsy Powell. Die wurde vor rund 20 Jahren nach einer College-Ab­schluss­feier in ihrem eigenen Haus er­stickt. Also lädt Laurie die Ab­sol­ventinnen dieses privaten Ab­schluss­balls in das Haus ein, in dem sich die Tat er­eignete. Werden die Frauen die Ge­legen­heit nutzen und ihre Un­schuld be­weisen? Oder wird Laurie mit ihrer Serie am Ende dabei helfen, diesen Cold Case auf­zu­klären? Schließlich hätten fast alle Be­teiligten ein plausibles Motiv ge­habt.

Ich bin ein ziemliches Fan-Girl, wenn es um Mary Higgins Clark geht. Weil sie sich als allein­er­ziehende, berufs­tätige Mutter hin­ge­setzt hat, um ihren großen Traum vom Schreiben zu ver­wirk­lichen. Und weil sie diesen Traum bis zu ihrem Tod vor drei Jahren ge­lebt hat. Gerade die frühen Thriller hatten manchmal einen leichten Retro-Touch, was mich aber nie störte, denn ich mochte ihre Art zu schreiben und Ge­schichten zu konstruieren. Deshalb fällt es mir auch so schwer, über „In der Stunde deines Todes“ zu schreiben. Denn zum aller­ersten Mal hielt ich einen Higgins Clark Thriller in der Hand, nach dessen Lektüre ich nicht in Lobes­hymnen aus­brechen wollte.
Dabei war es gar nicht die Ge­schichte an sich. An einem alten Mord zu rütteln, alle Ver­dächtigen zu­sammen­zu­bringen und eine Ex­plosion zu pro­vo­zieren, gleich­zeitig klar­zu­stellen, dass die Ver­storbene nicht gerade ein Un­schulds­lamm war, all das bietet eine wunder­bare Grund­lage für eine spannende Ge­schichte. Zumal ja auch noch der Mord an Lauries Mann hin­zu­kam, dessen Täter Laurie und ihren Sohn immer noch auf seiner poten­ziellen Opfer-Liste stehen hat. Und trotzdem tat ich mich schwer. Ich glaube, es waren die sehr kurzen Kapitel, die den Aus­schlag gaben. Grund­sätzlich habe ich nichts gegen kurze Kapitel, aber wenn alle zwei bis drei Minuten die Erzähl­perspek­tive und manchmal sogar der Hand­lungs­ort ge­wechselt wird, dann muss das Gehirn permanent hin- und her­springen. Wer erzählt da gerade? An welchem Ort be­finden wir uns? Gibt es einen direkten Bezug zum voran­ge­gangenen Kapitel oder hat das Erzählte gar nichts damit zu tun? Ständig war ich damit be­schäftigt, einige Seiten zurück­zu­blättern, um mich zu orientieren. Nun kann das natürlich auch damit zu­sammen­hängen, dass ich dieses Buch auf einer Reise las. Am Gate eines Flug­hafens herrscht ja ein ständiges Kommen und Gehen und meine Sitz­nachbarin im Flieger selbst war ein extrem un­ruhiger Geist. Es ist also gut möglich, dass die äußeren Um­stände mit zu einer gewissen Un­konzentriert­heit ge­führt haben. Und ich kann auf jeden Fall positiv er­wähnen, dass Mary Higgins Clark beim Finale dann noch einmal richtig Gas ge­geben hat. Von daher war ich mit der un­ruhigen Mitte wieder halb­wegs ver­söhnt. Deshalb werde ich lang­fristig auch wieder zu ihren Büchern greifen. Aber dann vielleicht zu einem Buch, das nicht zu dieser Reihe ge­hört.

Transparenz

Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.

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