»Ausgemustert« von Susanne Fröhlich

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»Ausgemustert« von Susanne Fröhlich

Mit 47 noch einmal ganz von vorne be­ginnen? Das war eigent­lich nicht Ulrikes Plan. Doch Ehe­mann Knut liebt seit neuestem die junge und leider sehr hübsche Nina. Da wird Ulrike kurzer­hand aus­ge­mustert. Wie so viele andere Liebes­kummer­ge­plagte auch, gibt sie sich zunächst ihrem Selbst­mit­leid hin. Das kann er doch nicht machen! Mit seiner Ent­scheidung über ihr Leben be­stimmen. Was wird nun aus ihr? Aus ihrem Job? Denn Knut ist zu allem Über­fluss nicht nur ihr Mann, sondern auch ihr Chef. Wird sie nun den Rest ihres Lebens alleine be­streiten müssen?
Es ist eine Zu­falls­be­gegnung, die zu einer An­meldung bei Tinder führt und die Ulrike aus ihrer Lethargie reißt. Andere Mütter haben auch schöne Söhne. Und nette. Und intelligente. Na gut, auch blöde Ärsche, aber das bleibt nicht aus, wenn man mehrere Dates pro Woche hat. Doch kann sie sich wirk­lich auf jemand Neues ein­lassen? Man gibt doch eine lang­jährige Ehe nicht einfach so auf. Oder doch?

Susanne Fröhlich macht ihrem Namen mal wieder alle Ehre. Sie ist einfach ein Garant für humor­volle Bücher. Als Leser be­gleitet man Ulrike durch den modernen Dating-Dschungel und ich saß so manches Mal grinsend vor meiner Lektüre. Selbst habe ich ja keine Er­fahrungen auf dem Gebiet, aber ich kann mir gut vor­stellen, dass man auf diesen Platt­formen, auf denen sich alle elf Minuten ein Single verliebt oder auf denen sich nur Singles mit Niveau herum­treiben, den ein oder anderen schrägen Typen trifft. Doch ist das im echten Leben wirk­lich so unter­halt­sam? In „Ausgemustert“ war es das auf jeden Fall.
Wie immer bei Frau Fröhlich waren die Charaktere leicht über­spitzt dar­ge­stellt, wo­durch man als Leser so wunder­bar mit­ge­nommen wird. Was will Ulrike bloß mit diesem Hirni Knut? Und wieso zeigt sie ihrer Mutter, die mich ja in den Wahn­sinn ge­trieben hätte, nicht endlich klipp und klar, dass sie keine 12 mehr ist und deshalb selbst ent­scheiden kann, ob sie einen Mann will und wenn ja, welchen? Diese und andere Fragen habe ich mir während des Lesens immer wieder ge­stellt. Und Ulrike zum Glück auch.

Wenn Ihr also locker flockige Unter­haltung für letzten zähen Winter­tage sucht, dann greift zu diesem Buch.

Transparenz

Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.

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