»Die Wunderfrauen« von Stephanie Schuster

Gelesenes

»Die Wunderfrauen« von Stephanie Schuster

Starnberg 1953, ihren Job bei den Alliierten hat sie gerade ver­loren und da stirbt auch noch die nicht gerade ge­liebte Schwieger­mutter. Die Chance für die junge Luise Dahlmann, sich den Traum von einem eigenen Laden zu er­füllen. Endlich auf eigenen Beinen stehen. Das tut bestimmt auch ihrer Ehe gut. Einen positiven Push für ihre Ehe könnte auch Annabel von Thaler gebrauchen. Für Helga Knaup dagegen sind die Männer eher ein Fun­faktor, während Marie Wagner der Liebe ab­ge­schworen hat, nachdem ihr Freund Theo im zweiten Welt­krieg umkam.
Vier Frauen, deren Wege sich immer wieder kreuzen und die nach den harten Kriegs­jahren eigent­lich alle nur ein Ziel haben: Endlich wieder glücklich werden.

Ich mochte Luise Dahlmann mit ihrem großen Herz und ihrem Mut. Genauso wie Helga Knaup, die sich nicht ver­biegen lässt, sondern ihren ganz eigenen Weg geht. Egal, was ihre gut­situierten Eltern davon halten. Und wie schön war es bitte, Maries Weg zu verfolgen, die bei Martin und Manni nach und nach wieder auf­blüht. Nur mit Annabel tat ich mich anfangs schwer. Deren selbst­mit­leidige Art hat mich zwischen­durch ganz kribbelig ge­macht. Aber vielleicht war das von der Autorin ja genau so be­ab­sichtigt. Außerdem bekam Annabel schließlich auch noch ihren Twist. Das hat mich dann definitiv mit ihr ver­söhnt.

Es ist die Ge­ne­ration meiner Groß­mütter, deren Ge­schichte Stephanie Schuster mit den „Wunder­frauen“ erzählt. Frauen, die im Krieg Dinge durch­ge­macht haben, die sich tief in ihre Seelen ein­ge­graben haben, und die trotz­dem den Glauben an das Schöne im Leben nicht ganz ver­loren haben. Ich habe meine eigene Oma immer als eine sehr starke Frau wahr­genommen. Aber wie stark sie wirk­lich war, wurde mir jetzt wieder einmal bewusst. Wie gut geht es uns Frauen im Ver­gleich heute? Wie viele Frei­heiten haben wir? Und trotz­dem wird so viel lamentiert. Lasst uns statt­dessen lieber die Ärmel hoch­krempeln und einfach mal etwas wagen. Was soll schon Schlimmes passieren?
Aber bevor ich die Ärmel hoch­kremple, muss ich schnell noch den Folge­band auf die Wunsch­liste setzen. Denn selbst­ver­ständ­lich will ich wissen, wie es mit den Vieren weiter­geht.

Transparenz

Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.

«
»