Ich habe eine „Bildungslücke“ geschlossen. Eine 857 Seiten starke Bildungslücke, um genau zu sein. Nee, Spaß beiseite. „Dornenvögel“ von Colleen McCullough gehört vielleicht nicht zur Allgemeinbildung, ist aber ein Klassiker. In meiner Kindheit stand dieses Buch in gefühlt jedem zweiten Haushalt im Bücherregal. Auch bei meiner Mutter. Und ich muss zugeben, dass ich mich nach den ersten Seiten erstmal gefragt habe, warum das so war.
Was fanden die Leute an dieser Geschichte? War es Richard Chamberlain, der in der Fernsehserie den unwiderstehlichen Pater Ralph de Bricassart gespielt und damit den Frauen den Kopf verdreht und sie dazu animiert hat, dieses Buch zu kaufen? Zum Glück bin ich ein sehr disziplinierter Mensch, der nicht einfach so aufgibt. Deshalb habe ich das Buch nicht in die ewigen Jagdgründe des öffentlichen Bücherschranks verfrachtet, sondern habe mich auf die Story eingelassen. Und plötzlich hat es mich gepackt. Ich habe mit der so starken Meggie um ihre große Liebe gebangt, habe die Familie Cleary durch sämtliche Höhen und Tiefen begleitet und war mittendrin in der Hitze des australischen Outbacks.
Es gibt zwei Länder, die schon lange auf meiner Da-will-ich-unbedingt-mal-hin-Liste stehen. Australien ist eins davon. Nach dieser Lektüre sogar noch ein bisschen mehr als vorher. Hoffentlich lässt sich das in der Post-Corona-Zeit endlich einmal realisieren. Und falls nicht, habe ich ja jetzt auch diesen Klassiker im Regal stehen und kann mich jederzeit ans andere Ende der Welt beamen.
Ich habe dieses Buch selbst gekauft und der Artikel spiegelt meine eigene Meinung wider, die von niemandem beeinflusst wurde.